Die folgenden fünf Stationen bilden eine erfundene Reise durch eine kleine Spielstadt. Sie können am Tisch oder auf einer übersichtlichen Spielfläche stattfinden und benötigen vor allem Karten, Papier und geeignete vorhandene Bausteine. Die Gruppe entscheidet, welche Stationen heute passen. Es werden keine sportlichen Leistungen, gesundheitlichen Wirkungen oder sicheren Bedingungen für jede Umgebung zugesagt. Die Bezeichnung Olympiade ist hier ein Spielmotiv; eine Verbindung zu einem organisierten Sportereignis oder offiziellen Programm besteht nicht.
Das gemeinsame Ziel vor den Stationen zeigen
Zeichnen Sie eine Stadt mit fünf zunächst leeren Orten: Marktplatz, Haltestelle, Garten, Bibliothek und Festplatz. Nach jeder Aufgabe kommt ein Bild oder ein gebautes Element an den zugehörigen Ort. Am Ende besitzt die Stadt alle Teile, die die Runde dafür ausgewählt hat. Eine Person kann den Plan halten, eine andere die Bilder ergänzen, weitere Personen führen Figuren durch die Stadt. Diese Aufgaben sind echte Beiträge zum Ergebnis und nicht nur Beschäftigung für eine wartende Gruppe.
Wenn nur drei Stationen gespielt werden, wird der Plan vorher auf drei Orte begrenzt. Das Ziel soll mit der tatsächlich verfügbaren Zeit erreichbar sein. Eine Stadt mit weniger Orten ist keine unvollständige Leistung. Wer später eine weitere Runde möchte, kann neue Orte hinzufügen. Es hilft, das Ende als eine gemeinsame Szene zu benennen: Die Figuren besuchen den fertig vorbereiteten Festplatz. Damit ist der Abschluss sichtbar, ohne Siegerpodest, Rangfolge oder eine Auszeichnung für die schnellste Person.
Die Reihenfolge darf gewählt werden. Legen Sie die Stationskarten offen aus und lassen Sie die Runde eine erste Karte aussuchen. Nach jeder Aufgabe wird gemeinsam entschieden, ob dieselbe Art von Tätigkeit weiter interessant ist oder ob nun etwas anderes passen würde. Wer eine Station nicht übernehmen möchte, kann einen anderen Beitrag wählen oder pausieren. Ein freiwilliges Ende einzelner Beteiligter verändert den weiteren Ablauf, ist aber keine Strafe und entfernt ihre bisherigen Beiträge nicht vom Plan.
Station eins: Den Marktplatz gemeinsam ausstatten
Auf dem Marktplatz werden drei Stände gebraucht: einer für erfundene Früchte, einer für Werkzeuge der Figuren und einer für Bücher. Die Gruppe erhält leere Karten und entscheidet, wie diese Stände aussehen. Eine Person zeichnet die Waren, eine legt aus geeigneten Bausteinen die Standflächen, eine dritte gestaltet ein Schild. Die Aufgaben können auch nacheinander erledigt werden. Wer weder schreiben noch zeichnen möchte, kann vorhandene Bildkarten auswählen oder zeigen, wo ein Stand auf dem Plan stehen soll.
Die Station ist abgeschlossen, wenn jeder gewählte Stand eine erkennbare Funktion hat. Gleich große, gleich schöne oder gleich aufwendige Entwürfe sind nicht nötig. Wenn ein Schild unverständlich ist, fragen die Mitspielenden nach seiner Bedeutung. Die Erklärung kann mündlich bleiben oder als weiteres Bild ergänzt werden. Der Marktplatz darf dabei anders aussehen als zunächst gedacht. Eine Figur, die gern repariert, kann statt eines Werkzeugverkaufs eine Werkstatt wünschen; die Runde entscheidet über diese Änderung.
Station zwei: Eine Nachricht überbringen
Für die Haltestelle wird eine Nachricht in drei Bildteilen vorbereitet: eine Figur, ein Ziel und ein mitgebrachtes Paket. Alle schauen sich diese drei Teile an. Eine Person wählt die Figur, eine andere legt den Weg zum Ziel, eine dritte nimmt die Paketkarte mit. Zusammen führen sie die Figur vom Start zur Haltestelle. Die Nachricht kann währenddessen offen liegen. Es gibt keine Pflicht zum Auswendiglernen und keine verdeckte Prüfung, ob jemand alle Details behalten hat.
Bei einer Runde auf dem Boden kann die Nachricht über wenige deutlich markierte Ablageorte weitergegeben werden. Die Karten werden von einer erreichbaren Fläche zur nächsten getragen; Tempo und Weg richten sich nach dem vorhandenen Platz. Am Tisch genügt es, sie weiterzureichen. Hindernisse, Balancieren auf Möbeln oder das Tragen unhandlicher Gegenstände werden für diese Aufgabe nicht gebraucht. Wenn die Runde mehr Handlung möchte, können zwei Figuren unterschiedliche Nachrichten auf demselben übersichtlichen Plan überbringen.
Station drei: Den Gartenweg legen
Der Garten erhält einen Weg aus großen Papierkarten. Es gibt einen Anfang, einen Zielplatz und einige freie Felder dazwischen. Jede Person ergänzt ein Feld und erzählt oder zeigt, was die Figur dort sehen kann. Ein Feld wird zum Baum, eines zum Brunnen, eines zur Sitzbank. Die Karte muss nicht als echter begehbarer Parcours auf dem Boden liegen. Ein Weg auf dem Tisch lässt sich mit einer Figur ebenso erleben und erlaubt unterschiedliche Formen des Mitmachens.
Eine gemeinsame Zusatzaufgabe ist, den Weg so zu verändern, dass er alle gewählten Orte verbindet. Dafür werden einzelne Karten verschoben. Alle können eine Verbindung vorschlagen; die Runde probiert sie aus, statt sofort die erste Idee festzulegen. Wenn die Figur an einem Ort vorbeigeht, den jemand wichtig findet, kommt ein zweiter kleiner Abzweig dazu. Die Gestaltung richtet sich nach dem gemeinsam gesetzten Spielziel. Sie soll keine technischen Planungsfähigkeiten benoten oder reale Verkehrsregeln ersetzen.
Station vier: Die Bibliothek mit Geschichten füllen
Jede Person wählt eine Bildkarte oder zeichnet einen Gegenstand für ein erfundenes Buch. Daraus entsteht gemeinsam eine Geschichte mit einem Satz oder einer Handlung pro Beitrag. Eine Karte mit einem Boot kann einen Besuch am Teich anstoßen, eine mit einer Mütze eine Suche im Wind. Wer keinen Satz formulieren möchte, zeigt seine Karte und eine andere Person bietet eine mögliche Verbindung an. Der ursprüngliche Ideengeber darf zustimmen, verändern oder eine andere Deutung wünschen.
Das Buch muss nicht aufgeschrieben werden. Ein gefaltetes Blatt mit den ausgewählten Bildern kann als sichtbares Ergebnis in die Bibliothek kommen. Wenn die Runde die Geschichte später wiederholen möchte, entscheidet sie, welche Teile festgehalten werden sollen. Ein Foto des Blatts kann eine Möglichkeit sein, sofern alle damit einverstanden sind; persönliche Bilder werden dafür nicht benötigt. Ein anderer Tag darf eine andere Geschichte hervorbringen. Die erste Fassung wird nicht zum verbindlichen Drehbuch für künftige Runden.
Station fünf: Einen gemeinsamen Abschluss erfinden
Am Festplatz wählt jede Person einen Beitrag für die letzte Szene. Eine Figur bringt ein Schild, eine stellt einen Tisch auf, eine weitere erzählt, wer zu Besuch kommt. Auch eine kurze gemeinsame Bewegung kann zum Abschluss gehören: Alle zeigen nacheinander, wie ihre Figur winkt, und die anderen dürfen es übernehmen. Mitmachen ist freiwillig. Die Szene braucht keinen Auftritt vor Publikum und keine Bewertung, welche Bewegung oder Geschichte am überzeugendsten war.
Wenn eine Aufgabe vorher ausgelassen wurde, darf der Festplatz trotzdem besucht werden. Das gemeinsam gewählte Ziel wird dann an die tatsächliche Stadt angepasst. Sie ist eine Stadt mit drei oder vier Orten, keine Sammlung unerledigter Pflichten. Fragen Sie nach einem passenden Schlusssatz oder lassen Sie die Figuren an einem gewählten Ort stehen. Danach wird entschieden, welche Teile aufbewahrt und welche wieder in die Materialkiste gelegt werden. Der Abschluss gehört zur Spielplanung, nicht zur Auswertung einer Leistung.
| Ort | Gemeinsames Ergebnis | Mögliche Beiträge |
|---|---|---|
| Marktplatz | Stände mit erkennbaren Aufgaben | Zeichnen, bauen, auswählen, platzieren |
| Haltestelle | Eine Bildnachricht erreicht ihr Ziel | Figur wählen, Weg legen, Karte weitergeben |
| Garten | Ein Weg verbindet ausgewählte Orte | Feld ergänzen, Verbindung prüfen, Figur führen |
| Bibliothek | Ein erfundenes Bilderbuch | Karte zeigen, Satz anbieten, Bildfolge legen |
| Festplatz | Eine gemeinsam beendete Szene | Figur führen, Abschluss erzählen, Bewegung zeigen |
Rollen wechseln, ohne neue Wartezeiten zu erzeugen
Jede Rolle braucht einen erkennbaren Beitrag. „Du darfst warten und später loben“ ist keine gleichwertige Aufgabe, wenn das Kind eigentlich mitgestalten möchte. Beim Garten kann eine Person Karten auswählen, während eine andere sie legt. Beim Marktplatz entscheidet eine Person über den Ort, eine weitere über die Funktion. Fragen Sie nach der Station, ob jemand eine andere Tätigkeit übernehmen möchte. Eine von Erwachsenen feste Zuordnung nach Alter, Geschlecht oder vermuteter Begabung ist dafür nicht notwendig.
Wenn alle dasselbe Material nutzen möchten, teilen Sie die Aufgabe in kurze Abschnitte. Beim Weg erhält jede Person nacheinander eine Karte; die anderen zeigen währenddessen, welche Verbindung sie wahrnehmen. Alternativ liegen mehrere Papierkarten bereit, die gleichzeitig gestaltet werden können. Es muss nicht für jede Person ein neues gekauftes Set vorhanden sein. Für eine Runde mit drei Kindern bietet der Beitrag zu Spielen mit drei Kindern weitere Modelle mit wechselnden Aufgaben.
Gemeinsames Spiel auch bei Stockungen erkennbar halten
Eine Station kann zu unklar oder zu umfangreich sein. Kürzen Sie dann die Aufgabe sichtbar: Der Marktplatz braucht heute nur zwei Stände; die Nachricht enthält nur Figur und Ziel. Erklären Sie die Änderung vor dem nächsten Versuch. Die Runde muss nicht denselben Abschnitt so lange wiederholen, bis er einer vorbereiteten Vorstellung entspricht. Die allgemeinen BIÖG-Hinweise zum Begleiten des Spiels bieten hierfür einen Hintergrund. Sie prüfen jedoch weder diese Stadtaufgaben noch deren Wirkung auf eine bestimmte Familie.
Ein gemeinsames Ziel rechtfertigt kein Drängen zum Mitmachen. Wenn jemand pausiert, kann eine andere Person die betreffende Karte übernehmen oder das Ziel angepasst werden. Das Ergebnis darf kleiner werden. Hilfen werden nicht als Fehler gezählt, und ein veränderter Ablauf braucht keine nachträgliche Punktewertung. Wer im Verlauf doch einen Wettbewerb spielen möchte, kann das als separate neue Runde ansprechen. Die hier gewählten Stationen bleiben verständlich, solange ihr Ablauf und ihr gemeinsamer Abschluss zusammenpassen.
- Einen Stadtplan mit drei bis fünf Orten vorbereiten.
- Für jeden Ort eine überschaubare Aufgabe auswählen.
- Mehrere Beiträge zum selben Ergebnis anbieten.
- Rollenwechsel nach jeder Station ermöglichen.
- Aufgaben bei Bedarf verkleinern und Hilfen offen nutzen.
- Mit einer gemeinsamen Szene statt einer Rangliste enden.
Für ein nächstes Treffen kann die Familie einen neuen Ort erfinden, statt alle Stationen zu wiederholen. Ein Hafen, ein Theater oder eine Figurenwerkstatt verändert die Aufgaben und die Geschichte. Welche Teile erneut interessant sind, wird konkret besprochen. Wer lieber vorhandene Gruppenspiele anpassen möchte, findet im Ratgeber zu Gruppenspielen ohne Ausscheiden andere Abläufe. Die Stadtolympiade bleibt eine mögliche gemeinsame Runde mit eigenen, veränderbaren Regeln.
Quellen und weitere Informationen
Originalquellen zur Einordnung der Angaben.
- BIÖG: Allein spielen – zusammen spielenwww.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/hauptsache-spielen/allein-zusammen/Geprüft: 2026-10-08
- BIÖG: Zehn Spielregeln für Elternwww.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/alltagstipps/hauptsache-spielen/spielregeln-fuer-eltern/Geprüft: 2026-10-08
