Dieser Text enthält eigene redaktionelle Vorschläge für ein begleitetes offenes Erkunden. Er ist kein medizinischer Test und keine Therapieanleitung. Eine Empfindung wird nicht bewertet, und aus einer Abneigung wird keine Diagnose abgeleitet. Konkrete Materialien werden für das Kind und die tatsächliche Verwendung geprüft. Unbekannte Kleinteile, ungeklärte Stoffe oder wechselnde Temperaturreize sind für diese Ideen nicht nötig. Ein Kind kann durch Anschauen, Beschreiben oder Gestalten teilnehmen, ohne selbst etwas anzufassen.

Den Zweck der Runde klären

Frage zuerst, welche Tätigkeit interessant ist. Möchte das Kind Unterschiede benennen, eine eigene Materialgalerie ordnen oder einer anderen Person einen Hinweis geben? Diese drei Zwecke führen zu unterschiedlichen Abläufen. Ein offenes Erkunden verlangt keine richtige Lösung. Ein Ratespiel braucht dagegen eine vorher vereinbarte Auswahl und verständliche Hinweise. Beginne mit einer Tätigkeit und wenigen geeigneten Gegenständen. So kann die Familie erkennen, ob die gewählte Form tatsächlich angenehm und nachvollziehbar ist.

Wähle keinen überraschenden Inhalt allein für einen stärkeren Effekt. Die Spannung kann aus einer Frage entstehen: Welche zwei Oberflächen wirken im Vergleich verschieden? Welches Wort passt für dich dazu? Was würdest du auf einer Karte zeigen? Der Gegenstand darf sichtbar bleiben. Wenn das Kind später eine verdeckte Variante ausdrücklich möchte, werden Inhalt und tatsächliche Materialverwendung zuvor gemeinsam geklärt. Die vorgestellten Einstiege funktionieren jedoch vollständig ohne Blindfold, verstecktes Hineingreifen oder unerwartete Berührung.

Freiwillige Berührung ist eine eigene Entscheidung. Eine Person kann zunächst nur schauen und später einen Gegenstand auswählen. Sie kann ihre Hand zurückziehen oder den Gegenstand wieder ablegen. Es gibt keine Pflicht, alle vorbereiteten Stücke anzufassen. Die erwachsene Person benennt den Rahmen in normalen Worten: „Du entscheidest, welche dieser passenden Dinge du erkunden möchtest.“ Damit bleibt die Tätigkeit verständlich. Die Einladung verlangt keine besonders mutige Reaktion und macht ein Ablehnen nicht zum Verlust einer Spielrunde.

Bekannte geeignete Materialien auswählen

Beginne mit vorhandenen Materialien, deren Herkunft und vorgesehene Verwendung nachvollziehbar sind. Dazu kann geeignetes Spielmaterial mit unterschiedlichen Oberflächen gehören oder ein für die konkrete Tätigkeit geeignetes geprüftes Textilstück. „Im Haushalt gefunden“ ist allein keine Freigabe. Erwachsene betrachten Zustand, Bestandteile und die tatsächliche Handhabung. Für ein kleines Fühlspiel braucht es keine zufällige Sammlung aus Werkstatt, Küche und Garten. Die Auswahl kann vollständig aus bereits vertrauten passenden Dingen bestehen.

Betrachte jeden Gegenstand einzeln. Ist die Oberfläche so beschaffen, wie die Familie sie kennt? Gibt es Veränderungen, unklare Befestigungen oder beschädigte Stellen? Wenn eine Frage offen bleibt, wird das Stück zurückgestellt. Ein anderer geeigneter Gegenstand kann denselben Vergleich tragen. Die Spielidee hängt nicht an einem bestimmten Fund. Insbesondere winzige Zusatzteile sind für eine erkennbare Oberflächenfrage nicht erforderlich. Die passenden Hersteller- und Gebrauchshinweise werden bei vorgesehenem Spielmaterial weiterhin beachtet.

Wähle Unterschiede, die tatsächlich vorhanden sind. Eine geeignete glatte Spieloberfläche und ein passendes strukturiertes Textil können eine erste Auswahl sein, wenn ihre konkrete Verwendung geklärt ist. Die Runde behauptet nicht, dass jeder Holzblock glatt oder jeder Stoff weich sei. Sie beschreibt genau die betrachteten Stücke. Ebenso wird eine Farbe nicht als Beleg für eine Empfindung genutzt. Ein Bild kann die Auswahl vorbereiten, ersetzt aber keine Materialprüfung oder persönliche Wahrnehmung.

Eine übersichtliche Erkundungsfläche vorbereiten

Lege die wenigen ausgewählten Gegenstände auf eine geeignete erreichbare Fläche. Die Teile bleiben so zugeordnet, dass die Beteiligten wissen, welches Stück gerade betrachtet wird. Ein freier Bereich dient zum freiwilligen Ablegen. Er ist kein Fehlerfach, sondern ein normaler Teil des Ablaufs. Wenn mehrere Kinder teilnehmen, kann jede Person ihre Auswahl nacheinander erkunden. Gleiche gleichzeitig verfügbare Stücke sind nur dann nötig, wenn die geplante Handhabung sie tatsächlich verlangt.

Vereinbare, wie mit den Gegenständen umgegangen wird. Die Runde betrachtet sie in ihrer vorgesehenen geeigneten Verwendung. Sie werden nicht zu einem Temperaturversuch, einer Belastungsprobe oder einer Aufforderung, Material anders körperlich zu benutzen. Ein Fühlspiel muss nicht alle Sinne zugleich ansprechen. Die hier beschriebenen Ideen bleiben bei sichtbarer Auswahl, freiwilliger Handberührung und eigener Beschreibung. Ein zusätzlicher Geruchs- oder Geschmacksversuch wäre eine andere Tätigkeit mit anderen konkreten Voraussetzungen und wird daraus nicht abgeleitet.

Die Entdeckungskarte Fühlen und Haut der Stiftung Kinder forschen www.stiftung-kinder-forschen.de/fileadmin/Ext/Experimente/Entdeckungskarte_Fu%CC%88hen_und_Haut.pdf regt unter anderem dazu an, Begriffe für Empfindungen zu sammeln und individuelle Unterschiede wahrzunehmen. Diese heute abrufbare ältere Karte ist eine begrenzte Orientierung. Unsere eigenen Abläufe übernehmen weder ihre vollständige Materialliste noch körperbezogene Spiele. Der Schwerpunkt hier liegt auf einer vorher geklärten sichtbaren Auswahl. Es wird keine bestimmte Sinnesleistung oder Wirkung der Runde zugesagt.

Auswahlentscheidung Konkrete Frage Einfacher nächster Schritt
Zweck Beschreiben, Ordnen oder einen Hinweis geben? Eine Tätigkeit für den Start wählen
Material Ist Herkunft und Verwendung dieses Stücks geklärt? Offenes Material zurückstellen
Unterschied Was ist am tatsächlichen Gegenstand erkennbar? Zwei passende Stücke vergleichen
Teilnahme Möchte die Person selbst berühren? Schauen oder Beschreiben bleibt möglich
Rückweg Wo liegt ein nicht weiter benutztes Stück? Freien passenden Ablagebereich vorsehen

Drei eigene Fühlspielrunden

Die Karte für eine Eigenschaft

Eine Person wählt aus der sichtbaren geeigneten Auswahl einen Gegenstand. Sie berührt ihn freiwillig in der vorgesehenen Weise und findet ein eigenes Wort oder Zeichen dafür. Das kann eine Linie, ein Punktmuster oder eine kurze Beschreibung sein. Die Karte wird auf einer separaten passenden Fläche gestaltet. Danach erklärt die Person, welchen Eindruck sie festhalten möchte. Die anderen müssen ihn nicht genauso empfinden. Das Zeichen gehört zur persönlichen Beschreibung dieses konkreten Stücks.

Ein Beispiel: Das Kind zeichnet mehrere kurze Linien und sagt, dass seine Hand eine deutliche Struktur bemerkt hat. Eine andere Person zeichnet für dieselbe geeignete Oberfläche ein breites Muster. Ihr vergleicht die Bedeutungen der Zeichen, statt das schönere oder fachlich richtigere Bild auszuwählen. Wenn niemand berühren möchte, wird die Karte als Blickbeschreibung gestaltet und so benannt. Sie behauptet dann keine gefühlte Eigenschaft. Diese Unterscheidung hält die Dokumentation verständlich, ohne eine Teilnahmeform abzuwerten.

Die kleine Materialgalerie

Lege drei oder vier geeignete bekannte Stücke bereit, sofern dieser Umfang für die Situation passt. Die Beteiligten wählen eine eigene Frage für die Galerie. Beispielsweise: Welche Gegenstände möchte ich zuerst erkunden? Welche wirken für mich ähnlich? Eine Person ordnet ihre Auswahl, eine andere erklärt ihre eigene Reihenfolge. Die Galerie kann zwei verschiedene Anordnungen nebeneinander enthalten. Es braucht kein endgültiges gemeinsames Ergebnis. Die Wörter und Entscheidungen sind persönliche Beiträge zu einer offenen Erkundung.

Wenn ein Kind „angenehm“ und ein anderes „unangenehm“ sagt, wird diese Verschiedenheit festgehalten. Der Gegenstand muss nicht allen dieselbe Erfahrung geben. Eine neue Frage kann sich auf etwas anderes beziehen, etwa auf die sichtbare Form. Damit wechselt der Zweck der Ordnung. Eine frühere persönliche Reihenfolge wird nicht zur falschen Antwort. Sie kann als Karte erhalten bleiben oder bewusst beendet werden. Das Material wird nur so umgeordnet, wie es seine tatsächliche geeignete Verwendung zulässt.

Der Hinweis für eine bekannte Auswahl

Vereinbart zunächst die sichtbare geeignete Auswahl. Eine Person betrachtet oder berührt freiwillig eines der Stücke und gibt einen Hinweis, ohne es zu benennen. Eine andere zeigt, welches Stück sie damit verbindet. Ein Hinweis kann lauten: „Bei diesem Stück habe ich auf der Oberfläche mehrere Erhebungen bemerkt.“ Nach der Auswahl wird erklärt, welches Objekt gemeint war. Das ist ein eigenes Ratespiel, keine Prüfung des Tastsinns. Die Hinweise beziehen sich auf vorher bekannte Gegenstände.

Wenn mehrere Stücke zum Hinweis passen, darf die Ratende ihre Wahl begründen. Vielleicht war die Beschreibung absichtlich offen, vielleicht wurde ein Unterschied noch nicht bemerkt. Ergänzt eine zweite Information oder lasst mehrere passende Antworten bestehen. Die Runde muss keinen Sieger haben. Eine Person, die lieber beobachtet, kann den Hinweis mündlich begleiten oder eine Karte gestalten. Niemand wird durch ein verdecktes Objekt zu einer Berührung gedrängt, um eine vermutete richtige Lösung finden zu müssen.

Wörter und persönliche Grenzen respektieren

Eine Empfindung wird beschrieben, nicht korrigiert. Wenn ein Kind ein ungewohntes Wort benutzt, frage nach seiner Bedeutung. „Wie meinst du kribbelig bei diesem Stück?“ kann zu einer genaueren Beschreibung führen, wenn das Kind das möchte. Es muss kein vorgegebener Wortschatz erfüllt werden. Eine erwachsene Person kann ein passendes alternatives Wort anbieten, ohne die ursprüngliche Empfindung zu ersetzen. Ziel der Runde ist die Verständlichkeit des persönlichen Eindrucks, keine Bewertung einer Sinnesreaktion.

Vermeide Vergleichssätze über besonders gutes oder schlechtes Fühlen. Der vorgestellte Ablauf untersucht keine medizinische Funktion. Auch ein schnelles Erkennen eines Gegenstands ist keine Grundlage für eine Aussage über allgemeine Fähigkeiten. Die Familie kann schlicht feststellen, welcher Hinweis in dieser Runde verständlich war. Wenn das Kind eine bestimmte Berührung nicht möchte, wird ein anderer Beitrag gewählt oder die Runde beendet. Ein passender Freizeitrahmen braucht keine Erklärungspflicht für jede persönliche Grenze.

Gemeinsam spielen und persönliches Material zuordnen

Wenn geeignete Gegenstände Kindern persönlich gehören, wird ihre Aufnahme in die Auswahl freiwillig vereinbart. Die Materialgalerie macht daraus keinen allgemein verfügbaren Bestand. Eine Person kann ihr Stück zurücknehmen, und die Runde verändert dann ihre Auswahl. Das wird erklärt, statt heimlich ein anderes Objekt unter derselben Karte abzulegen. Die beschriebene Eigenschaft gehört zum tatsächlichen Gegenstand. Eine neue Auswahl bekommt einen neuen eigenen Vergleich oder eine bewusst überarbeitete Karte.

Bei mehreren Beteiligten können unterschiedliche Rollen helfen. Eine Person wählt, eine beschreibt und eine gestaltet die Galerieinformation. Diese Beiträge werden gemeinsam abgestimmt. Eine beratende erwachsene Person darf den Ablauf übersichtlich halten, ohne alle Empfindungen zu benennen. Wenn ein Kind seine eigene Galerie allein ordnen möchte, bleibt diese Form möglich. Eine spätere freiwillige Besichtigung kann die persönliche und die gemeinsame Tätigkeit verbinden. Der Materialbestand muss nicht ständig zwischen allen Personen wandern.

Veränderungen und Abschluss der Runde

Wenn die Auswahl uninteressant geworden ist, ändere zuerst die Frage. Die Galerie kann jetzt nach sichtbarer Form geordnet oder mit einer eigenen Geschichte verbunden werden. Für eine tatsächliche neue Fühlfrage wird ein anderes geeignetes bekanntes Stück geprüft und bewusst ergänzt. Eine immer größere Materialmenge ist nicht automatisch spannender. Die Familie sollte weiterhin erkennen, welches Objekt beschrieben wurde und wie es passend zurückkehrt. Ungeklärte Funde werden nicht als Überraschung zur Runde hinzugefügt.

Ein vollständiger Schluss kann eine einzige verständliche Beschreibung sein. Das Kind hat eine Eigenschaftskarte erklärt, eine persönliche Reihenfolge gezeigt oder einen passenden Hinweis gegeben. Danach wird das Material entsprechend seinen Angaben versorgt und zugeordnet. Die Karte kann bleiben oder später eine andere Auswahl begleiten, wenn ihre Bedeutung neu erklärt wird. Aus dem Versuch folgt keine Pflicht, beim nächsten Mal mehr zu berühren. Die nächste Frage und die Teilnahmeform werden wieder gemeinsam gewählt.

Checkliste für ein offenes Fühlspiel

  • Einen konkreten Zweck für die erste kleine Runde wählen.
  • Nur bekannte geeignete Stücke mit geklärter tatsächlicher Verwendung aufnehmen.
  • Zustand und Bestandteile vor dem Spiel prüfen.
  • Auswahl sichtbar lassen und Berührung freiwillig gestalten.
  • Eigenschaftskarte, Galerie oder Hinweise als eigenen Ablauf wählen.
  • Blickbeschreibung und gefühlte Empfindung verständlich unterscheiden.
  • Persönliche Wörter, Grenzen und Materialzuständigkeit respektieren.
  • Eine Beschreibung abschließen und den nächsten Versuch neu entscheiden.

Quellen und weitere Informationen

Originalquellen zur Einordnung der Angaben.

  1. Stiftung Kinder forschen: Entdeckungskarte Fühlen und Hautwww.stiftung-kinder-forschen.de/fileadmin/Ext/Experimente/Entdeckungskarte_Fu%CC%88hen_und_Haut.pdfGeprüft: 2026-10-08