Dieser Beitrag zeigt einen eigenen Spielaufbau für zu Hause. Er verbindet Schreiben oder Malen mit Rollenspiel, ohne Lesekenntnisse vorauszusetzen. Wer keine Buchstaben verwenden möchte, arbeitet mit Bildern und Zeichen. Wer schon gerne schreibt, kann längere Nachrichten erfinden. Beides passt in dieselbe kleine Poststelle.

Drei Orte reichen für die erste Runde

Bestimmt zunächst die Poststelle und zwei Empfänger. Ein Tischabschnitt wird zur Annahme, ein Puppenbett zum Haus eines Bären und eine freie Baufläche zur Wohnung eines Drachen. Der Weg zwischen den Orten sollte im Zimmer tatsächlich zugänglich sein. Eine Spieladresse muss niemanden auf eine Treppe oder hinter schwer erreichbare Möbel führen.

Jeder Ort bekommt ein einfaches Zeichen. Der Bär erhält einen Kreis, der Drache einen Stern. Diese Zeichen erscheinen auch auf den Nachrichten. Damit lässt sich die Zustellung spielen, bevor Buchstaben oder Zahlen interessant sind. Eine Zeichnung des jeweiligen Empfängers kann dieselbe Aufgabe übernehmen.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nennt Zubehör für eine Kinderpost als mögliche, aber nicht notwendige Rollenspielrequisite www.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/3-6-jahre/rollenspiel/. Unsere Poststelle folgt einer eigenen praktischen Idee: Erst die gewünschten Handlungen festlegen, dann Material ergänzen. Ein gekauftes Set muss zu diesen Handlungen passen, um im Spiel einen zusätzlichen Nutzen zu haben.

Material, das wirklich gebraucht wird

Lege einige Papierkarten, geeignete Stifte und einen Behälter für ausgehende Nachrichten bereit. Für die erste Runde müssen die Karten nicht in Umschläge passen. Offene Bildnachrichten machen das Zuordnen leichter. Umschläge werden interessant, wenn die Kinder ihre Botschaft verdeckt zustellen oder einen Brief ausdrücklich öffnen möchten.

Eine kleine Liste zeigt die erfundenen Empfänger und ihre Zeichen. Sie bleibt an der Sortierstelle. Wenn ein Kind eine zusätzliche Adresse erfindet, kommt sie auf die Liste. So müssen die Mitspielenden nicht erraten, was eine neue Markierung bedeutet. Die Liste ist eine Spielhilfe und keine Prüfung, wer die Adressen schon auswendig kennt.

Requisite Aufgabe in der Kinderpost Einfache Alternative Wann sie entfallen kann
Papierkarte Nachricht tragen Gefaltetes eigenes Blatt Wenn nur mündlich zugestellt wird
Empfängerzeichen Ziel erkennbar machen Kleine Zeichnung des Spielortes Wenn ein einziger Empfänger mitspielt
Ablage Ausgehende Post sammeln Freier markierter Tischplatz Bei direkter Übergabe
Umschlag Nachricht verdecken Ein selbst gefaltetes Blatt Bei offenen Bildnachrichten
Stempel Annahme oder Spielmarke darstellen Gemaltes Zeichen Wenn das Kind nur zustellen möchte

Verwendet keine echten Rechnungen, Kontoauszüge oder Adressetiketten als Spielmaterial. Selbst erstellte Nachrichten reichen aus und tragen nur die Informationen, die ihr für die Geschichte wollt. Auch ein ausrangierter Briefumschlag kann private Angaben enthalten. Ein neues Blatt ist meist die unkompliziertere Grundlage.

Die erste Nachricht entsteht aus einem Anlass

Eine Einladung ist ein leicht verständlicher Anfang. Der Bär lädt den Drachen zum Picknick ein. Das Kind malt einen Tisch, eine Decke oder das geplante Treffen. Dazu kommt das Zeichen des Drachen als Ziel. Niemand muss vorher eine echte postalische Anschrift lernen.

Fragt, ob die Nachricht heute direkt übergeben oder über die Poststelle verschickt werden soll. Bei direkter Übergabe bleibt der Ablauf kurz. Mit Poststelle entstehen zusätzliche Rollen: Annahme, Sortierung und Zustellung. Das Kind kann sämtliche Rollen nacheinander spielen oder sie mit anderen verteilen.

Eine zweite Nachricht kann eine Antwort sein. Der Drache zeichnet, was er mitbringen möchte. Die Geschichte braucht keine festgelegte Zahl von Briefen. Wenn die Einladung schon zu einem Picknickspiel führt, darf die Poststelle Pause machen. Der Übergang zu einer anderen Spielhandlung gehört zur Idee.

Ein eigener Ablauf mit Annahme und Zustellung

Die schreibende Person legt ihre Karte in die Annahme. Dort schaut die Postperson auf das Empfängerzeichen. Ist es eindeutig, kommt die Karte zur passenden Ablage. Ist es unklar, wird nachgefragt: „Zu welchem Spielhaus soll diese Nachricht?“ Eine Rückfrage löst das konkrete Problem, ohne den Brief als falsch zu bewerten.

Nach der Sortierung beginnt die Zustellrunde. Die Karten werden auf dem vereinbarten Weg zu den Empfängern gebracht. Ein Spielbriefkasten kann eine offene geeignete Schachtel sein, die sicher steht und für die Kinder zugänglich ist. Er braucht keinen Schlitz, wenn euch das Einwerfen nur zusätzliche Bastelarbeit macht.

Am Ziel wird die Nachricht gelesen, gezeigt oder vorgelesen. Die empfangende Figur entscheidet, ob sie antwortet. Ein Erwachsener kann die Figur sprechen lassen, wenn das Kind das möchte. Es ist ebenso möglich, dass das Kind selbst beide Seiten erzählt. Die Postrunde muss kein Gruppenspiel werden.

Erfundene Adressen sinnvoll benennen

Wenn Wörter interessant werden, könnt ihr Namen wie „Bärenweg“ und „Drachenplatz“ ergänzen. Der Name beschreibt einen Ort in eurer Geschichte. Eine Hausnummer ist freiwillig. Ein farbiges oder gemaltes Zeichen bleibt daneben, damit alle Mitspielenden die Adresse nutzen können.

Nehmt für die erste Erweiterung nur einen weiteren Empfänger dazu. Wenn gleichzeitig mehrere neue Straßennamen, Nummern und Rollen hinzukommen, wird das Sortieren unübersichtlich. Die Kinder können zunächst entscheiden, wo ein neuer Spielort liegt und welches Zeichen ihn kennzeichnet. Anschließend wird eine einzelne Nachricht dorthin geschickt.

Eine echte Adresse folgt anderen Anforderungen als eure Spieladresse. Wenn das Kind einen wirklichen Brief versenden möchte, bereitet ihn getrennt mit einem Erwachsenen und den aktuellen Angaben des jeweiligen Postanbieters vor. Die erfundene Marke, ein Fantasiename oder eine gezeichnete Hausnummer reichen für echte Zustellung nicht aus.

Drei verschiedene Aufträge für die Spielpost

Ein Suchauftrag beginnt mit einer Karte, deren Ziel fehlt. Die Postperson fragt beim Absender nach oder legt sie auf eine gekennzeichnete Rückfragefläche. Sie muss die Nachricht nicht öffnen oder deren Inhalt erraten. Die Unklarheit betrifft nur die Zustellung.

Ein Umzugsauftrag entsteht, wenn eine Figur ihren Spielort wechselt. Das Kind zeichnet die neue Adresse auf eine Karte und gibt sie an die Poststelle. Dort wird die Liste angepasst. Eine bereits geschriebene Nachricht kann anschließend bewusst an die alte Adresse geschickt werden, um eine Weiterleitung in der Geschichte zu erfinden.

Ein Sammelauftrag verbindet mehrere kleine Nachrichten. Drei Figuren laden zur gemeinsamen Feier ein, die Postperson sortiert deren Antworten. Es müssen keine Eintrittskarten, Gebühren oder Fristen entstehen. Falls das Kind solche Einzelheiten selbst einführt, klärt gemeinsam ihre Bedeutung. Jede neue Regel sollte den Mitspielenden bekannt sein.

Ein eigener Beispieldialog

Die folgenden Sätze sind eine frei erfundene Anregung, die ihr ändern könnt. Bär: „Ich möchte dem Drachen schreiben, aber ich weiß nicht, wo er jetzt wohnt.“ Postperson: „Wir können auf unserer Liste nachsehen. Oder du schickst erst eine Frage an seinen alten Platz.“ Bär: „Dann male ich eine Karte mit meinem Picknicktisch.“

Drache: „Die Karte ist angekommen. Ich wohne jetzt neben dem blauen Haus.“ Postperson: „Welches Zeichen soll dein neues Haus bekommen?“ Drache: „Einen Stern mit einem Punkt.“ Bär: „Dann kommt meine Einladung dorthin. Du darfst selbst entscheiden, was du zum Picknick mitbringst.“

Dieser Dialog enthält keine richtige Musterantwort. Er zeigt, wie aus einer kleinen Unklarheit eine neue Handlung entsteht. Das Kind kann die Geschichte verkürzen, eine Figur ersetzen oder die Postperson ganz weglassen. Eine Nachricht bekommt ihren Sinn durch den eigenen Spielanlass.

Basteln als begrenzte Ergänzung

Ein Postamt lässt sich aufwendig gestalten. Für die erste Runde kann das jedoch mehr Zeit beanspruchen als die eigentliche Zustellung. Entscheidet deshalb, ob die Kinder gerade basteln oder spielen wollen. Ein Schild und eine Ablage reichen, wenn die Briefe schon fertig sind.

Wer gerne stempelt, gestaltet mit Stempelideen für Kinder eigene Spielmarken oder ein Annahmezeichen. Diese Gestaltung darf unabhängig vom Postspiel stattfinden. Wer lieber malt, zeichnet das Zeichen direkt auf die Karte. Es gibt keine Pflicht, jede Nachricht mit einer Marke zu versehen.

Wenn Papier ausgewählt werden soll, hilft Papier zum Basteln auswählen. Karten sollten zur vorgesehenen Handlung passen: Lassen sie sich gut bemalen, falten oder in den vorhandenen Umschlag legen? Ein bestimmtes Format oder eine Grammatur ist nicht für jede Kinderpost notwendig.

Wenn mehrere Kinder unterschiedliche Regeln wollen

Ein Kind möchte echte Wörter schreiben, das andere Bilder verteilen. Beides lässt sich verbinden, indem auf jeder Nachricht ein gemeinsames Zielzeichen steht. Der Inhalt darf unterschiedlich sein. Die schreibende Person entscheidet, ob sie ihn vorlesen möchte oder eine andere Person damit beauftragt.

Ein Streit um die Zustellrolle kann mit getrennten Runden gelöst werden. Erst verteilt ein Kind die vorhandenen Karten, anschließend das andere neue Antworten. Ein Erwachsener muss nicht künstlich immer gleich viele Nachrichten erzeugen. Vereinbart lieber einen sichtbaren Wechselpunkt, etwa nach der Rückkehr zur Poststelle.

Private Nachrichten im Spiel werden nur mit Einverständnis der schreibenden Person gelesen oder gezeigt. Eine Zustellrolle gibt kein Recht, einen Umschlag heimlich zu öffnen. Wenn der Inhalt für das gemeinsame Spiel bekannt sein muss, klärt das vor dem Verschließen. Die Kinder können eine offene Spielkarte wählen und persönliche Briefe getrennt aufbewahren.

Eine kurze Abschlussrunde

Am Ende werden zugestellte Karten auf Wunsch eingesammelt oder bleiben bei den jeweiligen Figuren. Klärt, welche Nachrichten aufgehoben werden sollen. Ein ausgewählter Brief kann in eine Erinnerungsmappe kommen; andere Blätter dürfen später als eigene Bastelunterlage verwendet werden, sofern keine privaten Inhalte daraufstehen.

  • Zwei Empfänger und eine gut erreichbare Poststelle festlegen.
  • Eindeutige Zeichen für die Spieladressen vereinbaren.
  • Nur selbst erstellte Nachrichten und unbedenkliche Requisiten verwenden.
  • Bei unklarem Ziel nachfragen, statt den Inhalt zu erraten.
  • Rollen an einem sichtbaren Punkt wechseln.
  • Echte Post getrennt von der Fantasiepost vorbereiten.
  • Vor dem Aufräumen gemeinsam über wichtige Briefe entscheiden.

Vielleicht führt die Einladung anschließend zu Restaurantspielen oder zu einer Feier in der Puppenwelt. Die Poststelle hat dann eine konkrete Aufgabe erfüllt. Sie braucht keine dauerhafte Einrichtung, wenn die Geschichte längst an einem anderen Ort weitergeht.

Quellen und weitere Informationen

Originalquellen zur Einordnung der Angaben.

  1. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Spielenwww.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/Geprüft: 2026-10-07
  2. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Rollenspielewww.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/3-6-jahre/rollenspiel/Geprüft: 2026-10-08