Dieser Beitrag zeigt eigene Reisegeschichten mit wenigen geeigneten Requisiten. Die Kinder planen Fantasiereisen und spielen sie auf ihrer Fläche. Tatsächliche Buchungen, Fahrpläne, Reisedokumente und Reisepreise werden daraus nicht abgeleitet. Ein Spielticket ist ein Zeichen für die vereinbarte Geschichte.
Den Reisewunsch zuerst erfragen
Die beratende Rolle fragt: „Was möchtest du an deinem Ziel tun?“ Eine Figur will Freunde treffen, eine andere einen unbekannten Garten besuchen. Der Wunsch kommt vor der langen Liste möglicher Orte. Dadurch kann das Ziel nach einer konkreten Handlung gewählt werden.
Das Kind darf einen vorhandenen Spielort verwenden oder einen neuen erfinden. Ein Bauwerk wird zur Unterkunft, ein freier Bereich zur Insel. Das Reisebüro muss nicht sämtliche Ziele selbst gestalten. Es verbindet die benannten Orte mit dem gewünschten Verlauf.
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit beschreibt Rollenspiele als Bearbeiten und Verändern von Alltagssituationen sowie erzählten Szenen www.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/3-6-jahre/rollenspiel/. Unser Reisebüro nutzt diesen offenen Rahmen. Die eigenen Vorschläge sind keine Aussage über eine bestimmte Entwicklungswirkung des Spiels.
Eine Beratung und einen Abreiseort einrichten
Ein kleiner Platz ist das Reisebüro. Dort werden Wunsch und Ziel besprochen. Ein anderer Platz zeigt, wo die Reise beginnt. Die Orte können durch eigene Bilder oder passende vorhandene Spielgegenstände erkennbar sein. Ein vollständiger Schalter mit Computer und Telefon ist nicht notwendig.
Legt Papier und geeignete Stifte nur dann dazu, wenn Tickets oder Karten gestaltet werden sollen. Wer lieber zeigen möchte, kann fertige eigene Zielbilder aus einer kleinen Auswahl nutzen. Die Beratung funktioniert auch, wenn eine andere Person die Vereinbarung auf Wunsch notiert.
Das Ziel bekommt eine Spielhandlung statt einer Werbebeschreibung. „Hier treffen wir die Drachenfamilie“ ist für die Runde konkreter als „Das ist der schönste Ort“. Die Kinder entscheiden selbst, welche Aufgabe sie am Ziel beginnen möchten.
| Reiseziel in der Geschichte | Wunsch der reisenden Figur | Mögliche Anreise im Spiel | Eigener Anschluss am Ziel |
|---|---|---|---|
| Kleine Insel | Einen Freund besuchen | Gedachte Bootsfahrt | Am Anleger begrüßen |
| Bausteinstadt | Einen Laden finden | Spielzug oder erzählte Fahrt | Weg zum Laden suchen |
| Fantasiewald | Einen Treffpunkt entdecken | Freie Wanderung der Figur | Zeichen am Eingang lesen |
| Puppenhaus | Als Gast ankommen | Kurzer Ortswechsel | Zimmer oder Ruheplatz wählen |
| Eigene Ausstellung | Ein Werk anschauen | Spaziergang auf der Fläche | Eine Frage zum Bild stellen |
Rollen mit wenigen Beteiligten aufteilen
Eine Person berät, eine andere reist mit einer Figur. Nach dem ersten Gespräch wechseln die Rollen auf Wunsch. Wer allein spielt, kann die Figur ankommen lassen und anschließend die beratende Antwort selbst erzählen. Die Geschichte braucht keine feste Mindestzahl von Mitspielenden.
Ein weiteres Kind kann die Ankunft am Ziel übernehmen. Diese Aufgabe ist getrennt von der Beratung und kann erst später beginnen. Ein Zielbild erinnert, welcher Ort vereinbart wurde. So wird nicht vorausgesetzt, dass alle Beteiligten jedes Beratungsgespräch vollständig verfolgen.
Für einen Einstieg ohne Verkleidung hilft Rollenspiel ohne Kostüm. Ein vereinbartes Zeichen am Reisebüro kann die Rolle erkennbar machen. Das Ticket allein ist dagegen kein Beweis dafür, wer gerade berät oder fährt.
Drei Zielkarten selbst gestalten
Wählt drei überschaubare Ziele und zeigt sie mit eigenen Zeichnungen. Jede Karte enthält einen Ort und eine mögliche Handlung. Eine Inselkarte kann einen Anleger und einen Treffpunkt zeigen. Die Stadtkarte enthält einen Eingang zum Laden. Für den Wald genügt ein eigenes Ankunftszeichen.
Die Zielkarten sind Angebote für diese Spielrunde. Kinder dürfen eine Karte verändern oder ein anderes Ziel vorschlagen. Es muss kein möglichst umfassender Katalog entstehen. Der Verlauf bleibt leichter erkennbar, wenn die Figuren zwischen wenigen tatsächlich gestalteten Orten wählen.
Die Karten dürfen auf vorhandene Bauwerke verweisen. Prüft vorher, ob deren Besitzer den Besuch wünscht und welche Bereiche verwendet werden dürfen. Eine Darstellung auf der Zielkarte macht ein persönliches Bauwerk nicht automatisch zu einem frei veränderbaren Gemeinschaftsort.
Ein Ticket mit wenigen verständlichen Feldern
Das Ticket enthält den erfundenen Namen oder ein Figurenzeichen, das Ziel und den vereinbarten Startort. Ein weiteres Feld kann die Anreise zeigen. Mehr Angaben sind für die erste Runde nicht erforderlich. Das Kind wählt, ob es schreiben, zeichnen oder passende Symbole verwenden möchte.
Ein Fantasiezeichen kann die konkrete Karte wiedererkennbar machen. Bei zwei ähnlich benannten Orten wird es zusammen mit dem Zielbild betrachtet. So wird das Ticket nicht zu einer bloßen Dekoration, sondern erinnert die gemeinsam geplante Verbindung.
Das Spielticket gilt nur für eure Vereinbarung. Tatsächliche Logos, Preise oder Dokumentdaten sind dafür nicht nötig. Eine freie Zeichnung trägt den Zweck ebenso und lässt das erfundene Reiseziel erkennbar bleiben.
Eigene Reise: Zur Insel der langen Schatten
Die reisende Figur möchte einen Freund treffen, der gern Schattenbilder gestaltet. Das Reisebüro zeigt eine Inselkarte mit Anleger und freier Bildfläche. Gemeinsam wird vereinbart, dass die Figur am Anleger ankommt und danach zur Ausstellung geht.
Das Ticket zeigt ein eigenes Inselzeichen. Die Anreise wird als kurze gedachte Bootsfahrt erzählt oder mit einer geeigneten vorhandenen Darstellung gespielt. Am Ziel begrüßt ein Kind die Figur und fragt, welches Bild sie zuerst anschauen möchte.
Die Fortsetzung kann ein neues Schattenbild sein. Schattenspiele gestalten erklärt einen getrennten Aufbau mit Lichtquelle, Gegenstand und Fläche. Das Reisebüro muss diesen Aufbau nicht zusätzlich herstellen. Die Reise verbindet nur Beratung und vereinbarten Besuchsort.
Eigene Reise: Ein Paket nach Bausteinstadt begleiten
Eine Figur hat eine selbst gestaltete Nachricht für einen Laden. Sie möchte in die Bausteinstadt fahren und die Nachricht persönlich übergeben. Die beratende Rolle fragt, welcher Laden gemeint ist. Ein eigenes Zeichen kennzeichnet den Zielort auf der Karte.
Die Anreise kann mit einer vorhandenen geeigneten Holzbahn oder als erzählte Bewegung erfolgen. Nach der Ankunft sucht die Figur den vereinbarten Weg. Die Stadt wird nicht vollständig neu gebaut, wenn bereits ein passender Ort vorhanden ist. Ein kurzer zusätzlicher Weg kann genügen.
Nach der Übergabe erhält die Figur eine Antwort und reist zurück. Post spielen vertieft Nachrichten und Zielzeichen. Im Reisebüro bleibt die Frage, wie ein eigener Wunsch zu einer tatsächlich gespielten Ankunft führt.
Eigener Dialog für ein Beratungsgespräch
Beratung: „Was möchtest du auf deiner Reise tun?“ Gast: „Ich möchte einen Ort mit einer Ausstellung besuchen.“ Beratung: „Hier ist die Inselkarte. Der Anleger führt zur Bildfläche.“ Gast: „Kann meine Freundin mitkommen?“ Beratung: „Dann vereinbaren wir einen gemeinsamen Treffpunkt.“
Beide Reisenden bekommen ein eigenes Figurenzeichen auf dem Ticket oder eine gemeinsame Karte. Anschließend wird gefragt, wo die Anreise beginnt. Ein Gast zeigt auf den passenden Startort. Die Beratung endet, sobald Ziel und erste Bewegung verstanden sind.
Der Dialog ist ein möglicher Start, keine Pflichtfolge. Die Kinder können das Ziel wechseln, einen anderen Besuchswunsch äußern oder das Gespräch nur mit Zeigen führen. Mehr Worte sind nicht automatisch nötig, um die kurze Reisevereinbarung zu verstehen.
Eine Änderung nach dem ersten Gespräch einbauen
Vielleicht möchte die Figur plötzlich einen anderen Ort besuchen. Fragt, ob das alte Ticket verändert oder eine neue Reise begonnen wird. Ein kurzer Hinweis kann die Änderung sichtbar machen. Die vorherige Vereinbarung wird nicht stillschweigend ersetzt, während andere Kinder noch darauf warten.
Eine andere Szene verändert nur die Ankunft. Der Anleger wird zum Eingang eines Gartens, das Ziel bleibt die Insel. Die Figur braucht nun einen anderen Weg. Solche Änderungen geben dem Reisebüro eine konkrete neue Aufgabe, ohne echte Buchungsprobleme oder Tarifregeln nachzuahmen.
Wenn ein Ziel gerade nicht verfügbar ist, wird eine andere vorhandene Fläche gewählt oder der Besuch auf eine spätere Spielrunde verschoben. Das persönliche Bauwerk eines Kindes wird nicht für die Reise umgebaut, wenn diese Nutzung nicht vereinbart ist.
Anreise mit vorhandenem Material darstellen
Eine kleine Strecke kann Start und Ziel verbinden. Sie muss nicht jede tatsächliche Verkehrsform realistisch wiedergeben. Ein Spielzug, eine Fahrzeugdarstellung oder das Bewegen einer Figur kann dieselbe eigene Reise erfüllen. Die Kinder legen fest, was die Bewegung in ihrer Geschichte bedeutet.
Für eine vorhandene Bahn hilft Zugspiel ohne große Anlage. Zwei Orte und ein kurzer Fahrauftrag reichen als Anschluss. Ein neues großes Gleisset ist für das Reisebüro nicht automatisch nötig.
Bei einer rein erzählten Reise kann die Figur an den Zielplatz gesetzt werden, nachdem die Ankunft angekündigt wurde. Dadurch bleibt der Beginn für die Beteiligten nachvollziehbar. Wer die Fahrt ausführlicher spielen möchte, ergänzt später einen Zwischenhalt.
Eine Erinnerung an die Reise gestalten
Nach der Ankunft wählt die Figur ein Bild oder einen selbst gestalteten Erinnerungszettel. Darauf steht eine tatsächlich gespielte Handlung: „Wir haben das Schattenbild angeschaut.“ Ein Ticket dokumentiert die Vereinbarung, die Erinnerung den erzählten Verlauf. Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Das Kind kann auf der Zielkarte einen neuen Ort ergänzen, der erst beim Spielen entstanden ist. Die nächste Beratung berücksichtigt diese Veränderung. Es wird kein realer Reisebericht über ein unbekanntes Land behauptet, wenn die Karte vollständig erfunden ist.
Ein kurzes Foto der Spielfläche kann den Aufbau erinnern. Persönliche Bauwerke bleiben nach Absprache erhalten oder werden zurückgeordnet. Benutzte Tickets kommen zu ihren Geschichten, unbenutztes Papier in den Vorrat.
Die Runde mit einer passenden Auswahl starten
- Einen konkreten Reisewunsch für die Figur wählen.
- Beratung, Start und Ziel erkennbar machen.
- Wenige eigene Zielkarten mit möglichen Handlungen vorbereiten.
- Ticketfelder auf die tatsächlich benötigten Informationen begrenzen.
- Rollen und Nutzung persönlicher Bauwerke absprechen.
- Die erste Reise vollständig bis zur Ankunft spielen.
- Änderungen und Rückreise ausdrücklich vereinbaren.
Der nächste Gast kann einen ganz anderen Anlass mitbringen. Das Reisebüro bleibt dieselbe kleine Verbindung zwischen Wunsch, Zielkarte und Ankunft. Neue Geschichten entstehen aus den vorhandenen Orten und aus den Entscheidungen der Kinder.
Quellen und weitere Informationen
Originalquellen zur Einordnung der Angaben.
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Spielenwww.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/Geprüft: 2026-10-07
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Rollenspielewww.kindergesundheit-info.de/themen/spielen/3-6-jahre/rollenspiel/Geprüft: 2026-10-08
